lunes, 28 de diciembre de 2015

REPORTER OHNE GRENZEN JAHERBILANZ 2015

Ende 2015 sind weltweit 54 Journalisten entführt, 35 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Sie konzentrieren sich auf vier Länder: Syrien, Jemen, Irak und Libyen. Acht Journalisten sind im Laufe des Jahres 2015 verschwunden. Weltweit sind zum Jahresende 153 hauptberufl iche Journalisten in Haft – die meisten in China, Iran, Ägypten und Eritrea. Im Gefängnis sitzen auch 161 Bürgerjournalisten und 14 Medienmitarbeiter.


Weltweit sind derzeit 54 Journalisten entführt – 35 Prozent mehr als vor einem Jahr, als diese Zahl bei 40 lag. Zudem halten nichtstaatliche Gruppen momentan drei Bürgerjournalisten und vier Medienmitarbeiter fest. Wenig überraschend führt Syrien die Liste der Länder mit Entführungsfällen an. 

Journalisten sind dort leichte Ziele für extremistische Gruppen wie den Islamischen Staat oder die Al-Nusra-Front. Diese Gruppen erhalten für Geiseln nicht nur Lösegelder und nutzen sie als Druckmittel in Verhandlungen, sondern setzen durch Entführungen vor allem ihre Terrorherrschaft durch und bringen kritische Stimmen zum Schweigen. In der Folge dringen aus ganzen Landesteilen praktisch keine unabhängigen Informationen mehr nach außen. Im Jemen sind Entführungen von Journalisten häufi g geworden, seit Huthi-Rebellen im September 2014 die Hauptstadt Sanaa eroberten. 

Mit derzeit 13 hauptberufl ichen Journalisten (sowie einem Bürgerjournalisten und einem Medienmitarbeiter) in der Gewalt von Entführern ist Jemen das Land mit der zweithöchsten Zahl entführter Journalisten. In kurzem Abstand folgen Irak und Libyen.

Im Jahresverlauf 2015 ist die Zahl der Journalisten gesunken, die für mehr als 24 Stunden entführt wurden (und danach befreit oder getötet wurden oder in Geiselhaft blieben). Ein Grund dafür ist die veränderte Lage in der Ukraine, wo 2014 die weltweit meisten Journalisten entführt wurden. 2015 gab es dort nur wenige vergleichbare Fälle. Da sie den quasi-staatlichen Behörden der selbsternannten Volksrepubliken der Separatisten im Donbass zuzurechnen sind, zählt ROG sie jetzt als willkürliche Festnahmen. Obwohl die Separatisten in den Gebieten unter ihrer Kontrolle immer noch völlig willkürlich herrschen, sind zudem die Fronten eingefroren, haben die Kämpfe nachgelassen und sind weniger internationale Reporter vor Ort.

https://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/Redaktion/Presse/Downloads/Jahresbilanz/Jahresbilanz_der_Pressefreiheit_2015_Teil_1.pdf




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