viernes, 22 de julio de 2016

"Akute Terrorlage" in München - bisher neun Tote (DW)


Nach einer Schießerei in einem Münchner Einkaufszentrum ist möglicherweise einer der Täter tot. Die Polizei kann bislang keinen Angaben zum Hintergrund der Tat machen. Hier unser Live-Ticker.

Großeinsatz in München: Bei einer Schießerei hat es nach Angaben der Polizei neun Tote gegeben, von denen einer möglicherweise ein Täter ist. Einzelheiten und Hintergründe sind noch unklar. Die Behörden sprechen von einer "akuten Terrorlage". Erst am Montag hatte ein junger Mann in Würzburg mehrere Menschen bei einem Axt-Angriff in einem Regionalzug schwer verletzt.

0.44 Uhr: Im ganzen Freistaat wehen an diesem Samstag die Flaggen auf Halbmast. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer ordnet Trauerbeflaggung an.

0.40 Uhr: Außer von acht Getöteten sowie einem ebenfalls toten möglichen Täter geht die Polizei bisher von mindestens zehn Verletzten aus - Medien berichten sogar von mindestens 20 Verletzten. Weiter heißt es bei der Polizei: "Wir sind immer noch im Großeinsatz und können immer noch nicht entwarnen."

0.34 Uhr: Die Nachrichtenagentur dpa meldet unter Berufung auf Sicherheitskreise, in München seien außer den angeforderten Beamten der Anti-Terror-Einheit GSG 9 auch Spezialkräfte der neuen BFE+ im Einsatz. Die schwer bewaffnete Einheit der Bundespolizei wurde im Dezember 2015 nach den Terroranschlägen von Paris gegründet. BFE+ ist eine Kurzform für "Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit plus". Sie soll Einheiten wie die GSG 9 und die Spezialeinsatzkommandos (SEK) unter anderem bei Anti-Terror-Einsätzen unterstützen.

0.28 Uhr: Noch in der Nacht dürften neue Details bekanntwerden: Innerhalb der nächsten Stunden ist eine Pressekonferenz im Polizeipräsidium München geplant. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest.

0.19 Uhr: Die Münchner Polizei bittet noch einmal darum, keine Videos und Fotos mit Bezug zu den Ereignissen in den sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Statt dessen solle das Bildmaterial auf einen Server der Polizei hochgeladen werden - um bei der Fahndung zu helfen und nicht flüchtigen Tätern Hinweise auf das Vorgehen der Sicherheitskräfte zu geben.

0.16 Uhr: Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault erklärt via Twitter seine "Solidarität mit Deutschland, das in diesem Augenblick einer schweren Prüfung unterzogen wird".

0.15 Uhr: Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu schreibt im Kurznachrichtendienst Twitter auf deutsch, er verurteile den Angriff aufs schärfste: "Im Kampf gegen den Terrorismus stehen wir mit Deutschland zusammen."

0.13 Uhr: Nicht nur US-Präsident Barack Obama, auch andere Politiker im Ausland nehmen Anteil. Der britische Außenminister Boris Johnson sagt: "Wir sind alle schockiert und traurig. Wenn es sehr wahrscheinlich scheint, dass das ein weiterer terroristischer Vorfall ist, dann denke ich, dass es noch einmal beweist, dass wir es hier mit einem globalen Phänomen zu tun haben, einer globalen Krankheit."

0.09 Uhr: Kanzleramtsminister Altmaier erklärt im ARD-Fernsehen, noch seien alle Hypothesen offen.

0.02 Uhr: Der Samstag beginnt - und immer noch sind die meisten Fragen in München offen. Bisher unbestätigt sind auch Medienberichte, wonach der Tote, der nahe dem Einkaufszentrum gefunden wurde, einen roten Rucksack bei sich hatte - wie ihn der Schütze bei dem Schnellrestaurant trug. Ein Polizeisprecher sagt nur: "Ich kann es nicht dementieren."

23.53 Uhr: Der Polizeireporter des Bayerischen Rundfunks, Oliver Bendixen, berichtet, die Sicherheitskräfte wollten die Leiche eines Verdächtigen mit Robotern untersuchen - wohl aus Angst vor möglichem Sprengstoff.

23.49 Uhr: Die Behörden in Berlin haben auch die Sicherheitslage in der Bundeshauptstadt genau im Blick. Die Entwicklung in München werde fortlaufend beobachtet und "verantwortungsbewusst" geprüft, erklärt Innensenator Frank Henkel. Ein Polizeisprecher will keine Angaben dazu machen, ob und welche Maßnahmen getroffen wurden. Innensenator Henkel spricht von "albtraumhaften Nachrichten" aus der bayerischen Landeshauptstadt. "Wir sind jetzt alle Münchner", erklärt er.

23.43 Uhr: Der Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum weckt Erinnerungen an das Attentat während der Olympischen Sommerspiele in München. Nicht weit entfernt vom jetzigen Tatort überfielen am 5. September 1972 acht palästinensische Terroristen im Olympischen Dorf das Quartier der israelischen Mannschaft. Nach dem blutigen Ende des Geiseldramas wurde die Spezialeinheit GSG 9 gegründet, die nun auch wieder nach München beordert wurde. Die Terroristen erschossen damals zwei jüdische Sportler und nahmen neun weitere als Geiseln. Bei einer Befreiungsaktion starben alle neun Geiseln und ein deutscher Polizist im Kugelhagel.

23.32 Uhr: Etwa 100 Menschen sind nach Angaben der Polizei Augenzeugen des Anschlags in München geworden. Sie werden von einem Kriseninterventionsteam betreut.

23.25 Uhr: In ganz Österreich ist die Polizeisondereinheit Cobra in Alarmbereitschaft versetzt worden. Dies sagt der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, im ORF.

23.23 Uhr: Die Münchner Uni-Klinik Großhadern hat eine Hotline für Bürger freigeschaltet. Die Nummern lauten 089 4400-15555 und 089 4400-15556.

23.05 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer beruft sein Kabinett zu einer Sondersitzung am Samstag um 11.00 Uhr ein. Aktuell informiert sich Seehofer im Polizeipräsidium über die Lage, sagt eine Regierungssprecherin.

23.03 Uhr: Am Samstag tagt in Berlin das Bundessicherheitskabinett. Das kündigt Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) in der ARD an. Es gehe darum, alle verfügbaren Informationen zusammenzutragen und zu bewerten. Dem Sicherheitskabinett gehören neben der Bundeskanzlerin unter anderem der Außenminister, die Verteidigungsministerin, der Bundesinnenminister und der Chef des Bundeskanzleramtes an.

22.47 Uhr: Nach der Sperrung des Hauptbahnhofs und der kompletten Einstellung des Zugverkehrs hat die Deutsche Bahn am Freitagabend im Münchner Umland Übernachtungszüge bereitgestellt. Dort sollten gestrandete Reisende Unterschlupf finden, teilt die Bahn mit. Jeweils ein Zug werde dafür in Mammendorf, Starnberg, Geltendorf, Dachau und Freising stehen.

22.43 Uhr: Kanzleramtsminister Peter Altmaier sagt in der ARD, man könne nicht ausschließen, dass die Tat einen terroristischen Bezug habe. Bestätigt werden könne dies aber ebenfalls nicht.

22.39 Uhr: Nach dem Fund einer männlichen Leiche im Umfeld des Münchner Olympia-Einkaufszentrums prüft die Polizei, ob es sich um einen Täter handeln könnte. Damit steigt die Zahl der Toten auf insgesamt neun.

22.35 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wird seinen Aufenthalt in den USA umgehend abbrechen. Der Minister wolle direkt nach seiner Landung in New York wieder zurück nach Deutschland fliegen, sagt ein Ministeriumssprecher.

22.29 Uhr: Die Zahl der bestätigten Todesopfer steigt auf mindestens acht, wie die Polizei über Twitter mitteilt.

22.20 Uhr: Bundespräsident Joachim Gauck äußert sich bestürzt und betroffen über den Anschlag in München. "Der mörderische Angriff in München entsetzt mich zutiefst. In Gedanken bin ich bei allen Opfern und bei allen, die um einen geliebten Menschen trauern oder fürchten."

22.16 Uhr: Das Tollwood-Festival ist laut Polizei noch doch beendet worden. Die Menschen seien aufgefordert worden, nach Hause zu gehen, sagt ein Sprecher.

22.01 Uhr: Trotz des mutmaßlichen Anschlages bleibt das Sommerfestival Tollwood in München geöffnet. Die Polizei sei sich der Lage bewusst und habe entsprechende Maßnahmen ergriffen, sagt ein Behördensprecher.

21.52 Uhr: "Abendzeitung" und "Süddeutsche Zeitung" berichten auf ihren Webseiten unter Berufung auf die Bundespolizei, dass sich die Zahl der Toten auf sieben erhöht hat.

21.47 Uhr: Für Angehörige gibt es eine zentrale Auskunfts- und Vermisstenstelle. Sie ist unter der Telefonnummer 0800 776 6350 erreichbar. Das Polizeipräsidium München ist erreichbar unter der Telefonnummer 089 29101910.

21.45 Uhr: Nach Angaben der Polizei sind keine Kunden mehr in dem Münchner Einkaufszentrum.

21.34 Uhr: Die Polizei hat nach eigenen Angaben bislang keinerlei Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund der Tat.

21.32 Uhr: Nach den Tätern von München wird nach Angaben der Polizei im gesamten Stadtgebiet und im Umland gefahndet. Gerüchte über den angeblichen Tod eines Täters konnte die Polizei nicht bestätigen.

21.20 Uhr: Nach offiziellen Angaben sind sechs Menschen getötet worden. Über die Anzahl der Verletzten gibt es noch keine Angaben. Die Täter sind weiter auf der Flucht.

21.04 Uhr: Ministerpräsident Horst Seehofer ist auf dem Weg in die Staatskanzlei.









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