miércoles, 21 de octubre de 2015

DEUTSCHLAND: Übergriffe in Dresden am Pegida-Jahrestag

Reporter ohne Grenzen verurteilt die Angriffe auf mehrere Journalisten bei den Demonstrationen zum Jahrestag der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung in Dresden am Montagabend. Medienberichten zufolge griffen in zwei Fällen Pegida-Anhänger Reporter an, in einem dritten Fall schlug ein Gegendemonstrant einen Radiomitarbeiter.

„Dass die ‚Lügenpresse‘-Rufe der Pegida-Bewegung immer öfter in Schläge und Tritte gegen Journalisten münden, ist eine erschreckende Eskalation“, sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. „Gewalt gegen Journalisten ist nicht hinnehmbar, gleich ob sie von Pegida-Anhängern oder Gegendemonstranten ausgeht. Jetzt ist die Justiz gefordert, die Täter zügig zu finden und zu bestrafen, damit solche Taten nicht zur Normalität werden.“

Der Deutsche-Welle-Fernsehjournalist Jaafar Abdul Karim, der mit einem Kamerateam die Stimmung unter Pegida-Anhängern einfangen wollte, wurdevon Demonstranten umringt, beim Drehen behindert und unter anderem als „Kanake“ beschimpft. Ein Demonstrant schlug ihn in den Nacken und flüchtete dann in die Menge.

Jose Sequeira, ein Kameramann der russischen Videoagentur Ruptly, wurde angegriffen, als er unter Pegida-Anhängern filmte. Er berichtete anschließend, ein Angreifer habe seine Ausrüstung zu Boden geworfen. Dann hätten sechs oder sieben Männer auf seinen Rücken und Kopf eingeschlagen; er habe sich schließlich in die Nähe von Polizisten zurückziehen müssen.

Ein Deutschlandradio-Mitarbeiter wurde vor einem Übertragungswagen des Senders von einem betrunkenen Gegendemonstranten angegriffen und leicht verletzt. Eine Korrespondentin des Senders berichtete, auch der Übertragungswagen sei angegriffen worden; den Journalisten sei vorgeworfen worden, die Medien hätten dazu beigetragen, Pegida großzumachen.

Nicht die ersten Angriffe bei Pegida-Demonstrationen

Am 28. September waren bei einer Pegida-Demonstration in Dresden zwei Journalisten angegriffen worden: Ein MDR-Mitarbeiter wurde von einem Pegida-Anhänger getreten, ein Journalist der Dresdner Neuesten Nachrichtenbekam einen Schlag ins Gesicht. Die Täter tauchten anschließend in der johlenden Menge unter, die Polizei kam zu spät.

Einige Tage zuvor waren in Dresden Flugblätter verteilt worden, in denen vor der Sächsischen Zeitung und den Dresdener Neuesten Nachrichten gewarnt wurde, die von der Politik gekauft seien.

Auch bei Pegida-Demonstrationen in anderen Städten sind Journalisten schon angegriffen oder bei der Arbeit behindert worden, so am 21. Januar in Leipzig und am 2. Februar in Braunschweig. Am 26. Januar konnte ein WDR-Team in Duisburg nur unter Polizeischutz von einer Pegida-Demonstration berichten. Zuvor waren im Internet gefälschte Todesanzeigen für Journalisten in Nordrhein-Westfalen aufgetaucht.


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