martes, 20 de octubre de 2015

Ein Überblick über die Autoindustrie aus China

China produziert Hochgeschwindigkeitszüge, Flugzeugträger oder Hightech-Jets – zugegeben meist mit ausländischer Hilfe. Die gibt es auch im Automobilbau, seit 30 Jahren leisten westliche Hersteller in Form von Gemeinschaftsunternehmen Aufbauhilfe. Dennoch kam die chinesische Autoindustrie bislang nicht recht voran. Doch nun geben Chinas Autobauer Gas. Westliche und japanische Konzerne beherrschen zwar noch die Straßen und Autohäuser in der Volksrepublik, allen voran Volkswagen und General Motors (GM) mit Marktanteilen von jeweils um die 20 Prozent. 

Die rund 100 meist regionalen chinesischen Autobauer müssen zusehen, wie ihnen die ausländische Konkurrenz im eigenen Land die Kunden wegschnappt, und an Export ist bislang fast nicht zu denken. Doch die Hersteller aus dem Reich der Mitte holen in kleinen, aber wohlüberlegten Schritten auf. Schnellschüsse wie die Versuche, chinesische Modelle à la Landwind oder Brilliance auf den anspruchsvollen Märkten Europa oder USA zu verkaufen, wagt keiner mehr. 

Der Geländewagen und die Limousine waren an katastrophalen Crashtests gescheitert. Seither feilt Chinas Autobranche an Pkw, die international hohen Ansprüchen genügen sollen. Experten trauen inzwischen neun Herstellern zu, in absehbarer Zeit auf nennenswerte Absatzzahlen außerhalb der Volksrepublik zu kommen. Wer weiß, vielleicht stehen bald auch in deutschen Autohäusern Modelle der Hersteller Chang’an, Xindayang, BYD oder GAC. Vor allem der Autobauer Chang’an mit Sitz in Zentralchina sticht aus dem Heer der fernöstlichen Hersteller hervor. 

Eine Fachjury der Unternehmensberatung EFS und der Zeitschrift “Auto Business Review China” kürte den Autobauer, der eng mit Ford zusammenarbeitet, jüngst zum Fahrzeuganbieter mit dem “größten globalen Potenzial”. Der SUV CS75 erhielt Bestnoten. Und die – aus deutscher Sicht – unspektakuläre Limousine Eado beweise den Fortschritt der Chinesen bei Engineering und Design. In China sei sie bereits eines der meistverkauften Modelle ihrer Klasse. Darüber hinaus bietet Chang’an auch Kleinfahrzeuge an, etwa das Elektro-Auto “Green-i electric”. 

 Chang’an habe sich nicht wie andere chinesische Hersteller auf den Erfolgen der Gemeinschaftsunternehmen mit westlichen oder japanischen Herstellern ausgeruht, sondern zielstrebig in globale Kompetenzzentren investiert, sagt Clemens Wasner von EFS. Das Ergebnis sei, dass dieser Autobauer inzwischen fast alles für einen modernen Pkw in eigener Regie entwickeln kann, und das bereits auf Weltmarktniveau. “Bis es so weit ist, wird sicher noch eine Produktgeneration vergehen, aber ich wette darauf, dass wir 2018 erste Modelle von Chang’an auf europäischen Straßen sehen werden”, glaubt Wasner.

Ähnliches Potenzial traute die Jury des “Xuanyuan Awards”, die anders als sonst in China mit Experten aus mehreren Ländern, darunter Deutschland, Japan und Korea, bestückt ist, dem Autobauer BYD zu. BYD ist im Westen bekannter als der Rest der chinesischen Autoindustrie, weil Daimler ein enger Partner und US-Investor Warren Buffett ein Anteilseigner ist. Und weil der Hersteller früh sowie medienwirksam auf Elektroautos gesetzt hat. BYD war in Zeiten, als die Chinesen ausschließlich Autos ausländischer Hersteller kopierten, ziemlich erfolgreich, ruhte sich dann aber auf seinen Lorbeeren aus. Die Verkaufszahlen brachen deutlich ein. 

“Mittlerweile hat man die Kurve bekommen und entwickelt sowohl sparsame Verbrennungs- und E-Motoren sowie Batterien. BYD hat ein Gespür für Auslandsmärkte und weiß ziemlich genau, wo es welche staatlichen Anreize für den Kauf umweltfreundlicher Autos gibt”, so Wasner. “Ein Auto wie das Hybridmodell BYD Qin hat in Regionen wie Kalifornien oder Städten wie Paris und London wirklich gute Chancen.” 

 Auffällig ist bei der Betrachtung der Expansionsstrategie chinesischer Autobauer übrigens die Schläfrigkeit der ganz großen Hersteller. SAIC, BAIC oder FW und Dong Feng, also die großen vier der Branche in der Volksrepublik, zeigen bislang wenig Lust, ins Auslandsgeschäft vorzustoßen. Sie verlassen sich offenbar auf den großen heimischen Markt und die Gemeinschaftsunternehmen mit Erfolgspartnern wie Volkswagen oder Daimler. Dong Feng hat immerhin durch den Einstieg bei PSA Peugeot Citroën einen Schritt Richtung Weltmärkte gemacht. 

 SAIC hat immerhin mit seiner Marke Roewe, die Überreste der einst geschluckten Briten-Marke Rover, einen der fünf Hauptpreise des Xuanyuan Award erhalten. Neben der C-Klasse von Beijing Mercedes Benz. Die wird als chinesische Marke geführt, weil sie vor Ort vom Band läuft und dem chinesischen Geschmack optimal angepasst wurde. Die China-C-Klasse ist im Fahrgastraum deutlich komfortabler als die Europa-Version, dafür wurde beim Fahrwerk gespart. 

Denn da die meisten Premiumautos in der Volksrepublik von Chauffeuren gesteuert werden, ist die Abstimmung des Fahrwerks nicht so entscheidend wie bei europäischen oder amerikanischen Kunden. Der eigentliche Besitzer sitzt im Fond und bekommt davon nichts mit. “Besser als bei der C-Klasse kann man auf die Wünsche der Kunden in einem bestimmten Land nicht eingehen”, sagt Clemens Wasner. Noch gelingt das den deutschen Autobauern weitaus besser als den chinesischen Rivalen.


(C) SPIEGEL

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